Die
Donau teilt Ungarn in das westliche
Transdanubien mit der
Kleinen Ungarischen Tiefebene (ungarisch
Kisalföld) und die von der
Theiß durchflossene
Großen Ungarischen Tiefebene (ungarisch
Alföld) im zentralen und östlichen Teil des Landes. Die fruchtbare Kleine Ungarische Tiefebene im Nordwesten Ungarns besteht hauptsächlich aus dem Becken von
Győr (Raab). Die abwechslungsreiche Landschaft wird bestimmt durch leicht welliges Terrain, kleine Hügel und zerschnittene Platten. Durch fruchtbare
Lössböden und auf Grund des milden Klimas kann intensiv Landwirtschaft betrieben werden.
Die Große Ungarische Tiefebene nimmt nahezu die Hälfte des gesamten Staatsgebiets Ungarns ein. Sie ist eine ebene, weiträumige Fläche und ist mit in vorgeschichtlicher Zeit aufgeschütteten Geröllen und Sanden bedeckt. Das Alföld ist entlang der Theiß von
Auenlandschaften durchzogen und mit einzelnen Waldinseln durchsetzt. Die Trockenlegung der Auen und die Rodung der Wälder haben zur zunehmenden
Versalzung der Böden geführt. So entstand die typische
Puszta mit Ziehbrunnen, Einzelgehöften und extensiver Weidewirtschaft. Aufgrund aufwendiger Bewässerungsmaßnahmen entstanden fruchtbare Böden, die den Anbau von
Tabak,
Mais und
Sonnenblumen ermöglichen.
Der
Nationalpark Hortobágy wurde geschaffen, um die ursprüngliche Puszta-Landschaft zu schützen.
Siehe auch: Nationalparks in Ungarn
Die ungarischen Mittelgebirge verlaufen vom
Zemplén-Gebirge im Nordosten bis zum
Bakonywald im Westen. Fast alle Mittelgebirge in Ungarn tragen in höheren Lagen dichten Laubwald. Die Hänge und Becken sind mit fruchtbaren Böden bedeckt, die Acker-, Obst- und Weinbau ermöglichen.
Thermalquellen, die an den Rändern der Mittelgebirge auftreten, sind Zeugnisse eines vergangenen und lebhaften
Vulkanismus. Dies bestätigen auch die vulkanischen Gesteine des Bakonywaldes und des
Mátragebirges im Norden. Bis auf diese Ausnahmen bestehen die sonstigen Mittelgebirge in Ungarn aus
Dolomit und
Kalkstein. Das bewaldete
Mecsekgebirge im Südwesten Ungarns erhebt sich inselartig und ist bis zu
682 m hoch. Im Mátragebirge steht auch die mit
1.014 m höchste Erhebung Ungarns, der
Kékes.
Höhenverhältnisse:

Der Kékes
1.014 mDie mit Abstand größte Stadt in Ungarn ist die Hauptstadt
Budapest mit 1,69 Millionen Einwohnern. Somit leben gut 17 % der Bevölkerung in der Hauptstadt. Die nachfolgend fünf größten Städte sind
Debrecen (ca. 225.000 Einwohner),
Miskolc (ca. 180.000 Einwohner),
Szeged (ca. 165.000 Einwohner) und
Pécs (Fünfkirchen, ca. 160.000 Einwohner) sowie
Győr (Raab, ca. 130.000 Einwohner).
Alle größeren Orte sind unter Liste der Städte und Orte in Ungarn aufgelistet.Der längste Fluss in Ungarn ist die
Donau (ung.
Duna), zu deren
Einzugsgebiet das gesamte ungarische Staatsgebiet gehört. An ihrem Flusslauf liegen unter anderem die wichtigen Städte
Komárom (Komorn),
Esztergom (Gran), die Hauptstadt
Budapest (Ofen-Pest),
Dunaújváros,
Baja und
Mohács. Die Donau erreicht Ungarn im Nordwesten und fließt zunächst als Grenzfluss zur
Slowakei in Richtung Osten. Nach dem
Donauknie, einer 90°-Wendung des Flusses bei
Visegrád, fließt sie von Norden nach Süden und verlässt Ungarn in Richtung
Serbien.
Der zweite Hauptfluss Ungarns ist die
Theiß, die das Land im Nordosten aus der
Ukraine kommend erreicht und im weiteren Verlauf östlich parallel zur Donau nach Süden fließt, um schließlich in Serbien in die Donau zu münden. Größere Städte an ihrem Lauf sind
Tokaj,
Tiszaújváros (früher
Leninváros),
Szolnok,
Csongrád und
Szeged. Weitere wichtige Flüsse in Ungarn sind die
Drau (ung.
Dráva), der
Hernád, die
Körös (dt.
Kreisch), die
Mur, die
Raab (ung.
Rába),
Sajó und
Zala.
Alle größeren Flüsse entspringen außerhalb Ungarns: Mur und Raab in
Österreich, die Drau in
Südtirol, die Zala in
Slowenien, der Hernád in der
Slowakei, die Körös in
Siebenbürgen (West-Rumänien). Ungarns Hauptflüsse Donau und Theiß entspringen im
Schwarzwald (
Süddeutschland) bzw. in der
Ukraine.
Der größte See in Ungarn ist der
Plattensee (ungarisch
Balaton) im hügeligen Westungarn. Er ist zugleich der größte See in Mitteleuropa. Der Plattensee ist neben der Hauptstadt Budapest das wichtigste Tourismusgebiet Ungarns, vor allem wegen seiner Strände und
Thermalquellen.
In seiner Nähe liegt der
Velencer See (ungarisch
Velencei-tó), der trotz seiner Ähnlichkeit zum Balaton touristisch wenig erschlossen ist. Im Nordosten des Sees erstreckt sich ein unbegehbares Vogelschutzgebiet, das vielen bedrohten Vogelarten Schutz bietet.
Der
Neusiedler See (ungarisch
Fertő-tó) liegt nur zu einem Teil in Ungarn. 75 % der Wasserfläche gehören zum Staatsgebiet Österreichs. Der
Nationalpark Fertő-Hanság umfasst den ungarischen Teil des Sees sowie die Sümpfe im Süden und den
Hanság und wurde 2001 zusammen mit dem österreichischen
Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel zum
UNESCO-Welterbe ernannt.
Der größte künstlich geschaffene See Ungarns ist der
Theiß-See (ungarisch:
Tisza-tó) in der Tiefebene im östlichen Teil des Landes.
Klima, Flora und Fauna des Landes
Wegen der
Binnenlage und der abschirmenden Wirkung der
Gebirge hat Ungarn ein relativ trockenes
Kontinentalklima mit kalten Wintern und warmen Sommern. Die mittleren Temperaturen liegen im Januar zwischen –3 °C und –1 °C sowie im Juli zwischen +21 °C und +23 °C. Im Frühsommer sind die ergiebigsten Niederschläge zu verzeichnen. Die mittlere Niederschlagsmenge beträgt im Westen auf Grund der vorherrschenden, Regen bringenden Westwinde rund 800 Millimeter, während in den östlichen Landesteilen in trockenen Jahren 500 Millimeter unterschritten werden können. Die Niederschlagsmenge nimmt generell von Westen nach Osten ab.
In Ungarn sind etwa 45.000 Tierarten und 2.200 Pflanzenarten beheimatet. Vereinzelt gibt es nord-, ost- und südeuropäische Arten, die Mehrheit sind aber mitteleuropäische Arten. 855 Tierarten und 535 Pflanzenarten stehen unter Schutz. Seltene geschützte Blumen sind beispielsweise die mediterrane
Nieswurz, die wilde
Pfingstrose im Hügelland vom
Mecsek und die ungarische
Windblume in der
Nyírség-Gegend.
Wildschweine,
Hirsche,
Rehe und
Füchse sind ebenfalls in den ungarischen Wäldern beheimatet. Auf den landwirtschaftlichen Landflächen und im Tiefland leben vor allem
Hasen,
Fasane,
Rebhühner und
Wachteln. Im Frühling ziehen riesige Vogelschwärme von Norden nach Süden. Zu ihnen gehören
Schwalben und
Störche, die in Afrika den Winter verbringen. Geschützte Vogelarten sind beispielsweise der
Stelzenläufer, die
Trappe, die vor allem in der südlichen Tiefebene verbreitet ist, und der
Säbelschnäbler. Die ungarischen Flüsse und Seen sind sehr fischreich. Beheimatet sind
Brassen,
Karpfen und
Hechte.
Aale und
Amuren wurden aus fremden Seen und Flüssen übergesiedelt und leben mittlerweile zahlreich in ungarischen Gewässern. Um die ungarische Tier- und Pflanzenwelt zu schützen, hat man auf einer Gesamtfläche von 816.008
ha neun Nationalparks, 38 Landschaftsschutzgebiete und 142 Naturschutzgebiete eingerichtet.