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Freitag, 2. April 2010

Gellértberg

Gellértberg

Blick vom Gellértberg auf Sashegy, den größten Nationalpark BudapestsDer Gellértberg (auch Sankt Gerhardsberg oder Blocksberg; ungarisch Gellért-hegy) liegt im I. und XI. Bezirk Budapests und wurde nach Giorgio di Sagredo, dem Heiligen Gellért benannt, der von diesem Berg zu Tode gestürzt wurde.


Geografie

Ausblick auf die Stadt und die DonauDer höchste Punkt des sich am Nordufer der Donau erhebenden Berges befindet sich auf 235 Metern ü NN. Im Inneren des Berges befindet sich eine Höhle.

Sehenswürdigkeiten

Zitadelle auf dem Gellértberg - BudapestDas „Denkmal des heiligen Märtyrerbischofs Gellért“ erinnert an den Aufstand heidnischer Ungarn im 11. Jahrhundert. Sie nahmen, einer Legende zufolge, die gewaltsame Christianisierung Gellérts zum Anlass, ihn in ein Fass zu sperren und den Hügel hinunter in die Donau zu stürzen. Durch eine Spende Kaiser Wilhelm II., anlässlich eines Besuches 1896 in Ungarn, konnte das Denkmal gefördert und 1904 fertiggestellt werden. Hinter dem Denkmal befindet sich eine Kolonnade, und unter dem Denkmal eine Naturquelle, die als Wasserfall aus dem Gellértberg entspringt.

Datei:Citadella - Budapest.jpgAm Südhang des Gellértberges wurde 1926 eine Grottenkirche nach dem Vorbild von Lourdes errichtet. Sie wurde 1951 eingemauert und 1989 wiedereröffnet. Kardinal József Mindszenthy hielt hier nach dem Zweiten Weltkrieg seine Predigten.

Auf dem Gipfel des Berges befindet sich das Befreiungsdenkmal zum Anlass der Befreiung der Stadt durch die Rote Armee im Jahre 1945.

Ebenfalls auf dem Gipfel steht die Zitadelle, von der man einen weiten Ausblick auf Budapest und in beide Richtungen entlang der Donau hat. Von dort blickt man auf
    Naphegy und Tabán in Meyers Budapest-Lexikon 1905
  • die Donaubrücken
  • die Technische und Wirtschaftswissenschaftliche Universität Budapest
  • die Budaer Burg
  • die Donaupromenade
  • das Gellért-Bad.
Am Fuße des Berges befinden sich am Gellértplatz bei der Freiheitsbrücke das bekannte Hotel Gellért und das Gellért-Bad. In Meyers Budapest-Lexikon 1905 war die Orom utca die Grenze zwischen dem alten Tabán und Gellérthegy.

Donnerstag, 25. Februar 2010

Badacsony

Badacsony


Datei:Badacsonytomaj látkép.jpg
Berg Badacsony am Plattensee

Badacsony ist ein ungarischer Tafelberg vulkanischen Ursprungs am westlichen Nordufer des Plattensees mit einem Umfang von 11 Kilometer und einer Höhe von 437 Metern. Er gibt auch der ihn umgebenden Weinbauregion den Namen. Wichtigste Rebsorte der Region der Welschriesling. Sein Wein wird im allgemeinen schon nach einem Jahr in Flaschen abgefüllt, damit er sein Bittermandel-Aroma bewahrt.
Weitere in der Region angebaute Rebsorten sind die Szürkebarát-Rebe („Graumönch“), die ein Abkömmling der französischen Pinot-Gris-Rebe ist, sowie die alte und heute seltene Rebsorte Blaustengler. Ebenfalls angebaut werden der Grüne Silvaner und Muskateller.
Der Ort Badacsonytomaj, der sich zwischen See und Berg hinzieht, ist ein beliebtes Touristenziel mit einer langen Zeile von Wein- und Fischlokalen. Gut erreichbar ist der Ort mit dem Schiff von der gegenüberliegenden Bahnstation Fonyód aus.

Freitag, 19. Februar 2010

Pilis

Pilis


Datei:Pilis hg.JPG
Blick über Dorog nach Osten zum Pilisgebirge

Das Pilis (sprich: Pilisch) oder Pilisgebirge, ist der östlichste Teil des Ungarischen Mittelgebirges.
Es liegt an der westlichen Seite der Donau zwischen Budapest und Esztergom in den Komitaten Pest und Komárom-Esztergom. Der Hauptgipfel ist der 756 m hohe Berg Pilis. Das Gebirge wird vom Kétbükkfa-nyereg („Zweibuchen-Sattel“) und dem Szentlélek-patak-Tal („Heilig-Geist-Bach“-Tal) geteilt.
Fälschlicherweise wird das benachbarte Visegráder Gebirge in der Umgangssprache oft als Teil des Pilis bezeichnet, gehört jedoch geographisch gesehen bereits zum nördlichen ungarischen Mittelgebirge.
Der Name des Mittelgebirges leitet sich vom alten Wort für Tonsur ab, das auf ungarisch pilis bedeutet. So wurde der früher kahle Berggipfel genannt.
Im Mittelalter war es Teil des berühmten Budaer Weinbaugebiets. Die Weintrauben wurden an den unbewaldeten Hängen des Pilis gepflanzt. Die heutigen Wälder entstanden erst später.
Datei:Okt 23.jpgDas Pilis Gebirge vom Nagy Kevély aus gesehen
Gipfel über 600m
  • Pilis oder Pilis-tető, 756 m
  • Nagy-Bodzás-hegy, 717 m
  • Nagy-Szoplák, 710 m
  • Kis-Szoplák, 686 m
  • Vaskapu-hegy, 651-645 m (nicht zu verwechseln mit dem Esztergomi vaskapu („Esztergomer Eisentor“))
Datei:Pilis-Szántó.jpg
Pilis-Gipfel mit dem Dorf Pilisszántó


Weitere zu nennende Gipfel sind die Kevélyek und der bei Kletterern bekannte Oszoly.
Wichtige Höhle
  • Sátorkőpusztai-Höhle, Esztergom
  • Legénybarlang („Burschenhöhle“)
  • Leánybarlang („Mädchenhöhle“)
Datei:Esztergom Satorkopusztai Oszlopcsarnok.jpg
Säulenhalle in der Sátorkőpusztai-Höhle

Weblinks:

Villány-Gebirge

Villány-Gebirge


Datei:Villany, wine.jpg
Der Szársomlyó (442 m)

Als Villány-Gebirge (ungarisch Villányi-hegység) wird ein langgestrecktes Hügelland im äußersten Süden Ungarns bezeichnet.
Es erreicht Höhen bis 442 m, erhebt sich aber um durchschnittlich 300 m über die flache Umgebung (Pannonische Tiefebene), die an der 5 km südlich vorbeifließenden, von Österreich und Slowenien kommenden Drau eine Seehöhe von nur 100 m hat. Die zwei höchsten Kuppen sind der Tenkes mit 408 m und der Szársomlyó mit 442 m).
Die Hügellandschaft ist neben ihren kulturellen Besonderheiten insbesondere durch ihren Weinbau auf den sieben Hügeln bekannt. Sie ist nach dem Ort Villány (deutsch „Willand“) am Ostrand der 15 km langen Bergkette benannt, die größte Siedlung – direkt am Südhang der mittleren Hügel – ist die Stadt Siklós.
Das Villány-Gebirge zählt zum Südteil des Komitats Baranya bzw. zur Region Südtransdanubien. Hier befinden sich aus den Zeiten der Türkenkriege einige alte Burgen (Vár) bzw. Verteidigungsanlagen.
Der regionale Hauptort Siklós ist eine Stadt mit 10.900 Einwohnern und das wirtschaftliche, kulturelle und Verwaltungszentrum des Kleingebiets Siklós. Sie liegt 31 km südlich der Großstadt Pécs. Siklós und zahlreiche Orte und Kleinstädte der Region – insbesondere bei Villány – sind Siedlungsgebiet der Donauschwaben und weisen – mit einiger Unterbrechung nach dem Ende der Monarchie Österreich-Ungarns – wieder zweisprachige Ortstafeln auf, manche auch dreisprachige (zusätzlich Kroatisch oder Serbisch).
Weinbau in der Region
Die Donauschwaben (korrekter als Ungarndeutsche zu bezeichnen) wurden nach den Türkenkriegen unter Kaiserin Maria Theresia in der Region angesiedelt und brachten nach den Siegen der Habsburger und Kroaten über die Osmanen nicht nur einen Wirtschaftsaufschwung in die entvölkerten Süd- und Ostregionen des Königreichs Ungarn, sondern auch einige neue Weinsorten aus ihrer angestammten Heimat nach Pannonien mit (z. B. den Portugieser). Sie werden zu zwei gebietstypischen Rotweinen verarbeitet.
Der Wein aus Villány und Umgebung hat sich auch außerhalb Ungarns einen guten Ruf erworben. An der Weinstraße Villány-Siklós befinden sich unzählige Weinkeller.
Weblink: Homepage der Stadt Villány (ungarisch und deutsch)
http://www.villany.hu/upload/villany1.jpg
Villány

Montag, 15. Februar 2010

Mecsek

Mecsek

Datei:Mecsek magyaro 1.jpg
Typisches Landschaftsbild im Mecsek

Der Mecsek (auch Mecsekgebirge) ist ein etwa 45 km langer Gebirgszug in Süd-Ungarn im Komitat Baranya, unmittelbar nördlich der Großstadt Pécs. Die Bergkette verläuft in einer Breite von 10 bis 15 km von Westsüdwest nach Ostnordnost, wo einige Gipfel über 600 Höhenmeter erreichen. Etwa in der Mitte der südlichen Ausläufer liegt Pécs.
Auf einigen Bergkuppen befinden sich Burgen (ungarisch Vár), z. B. bei Pécsvárad und bei Zengővárkony, das nach dem nach Süden vorragenden Zengő benannt ist.
http://www.omniplan.hu/Hiking/20060506-Mecsek/L/IMG_3864-Kilatas.jpgZengő
Geografie
Der Mecsek erhebt sich aus einer flachen Umgebung (Seehöhe der Pannonischen Tiefebene 110–150 m) und ist daher trotz seiner geringen absoluten Höhe sehr markant. Die Berge sind bei guter Fernsicht schon aus etwa 100 km Entfernung zu sehen. Höchster Berg ist der Zengő im Nordosten mit einer Höhe von 684 m. Insgesamt gibt es etwa ein Dutzend Gipfel über 500 Höhenmeter.
Die Unterteilung zwischen West- und Ostmecsek ist sehr deutlich, d. h. vom Zengő aus wirkt der Westmecsek wie eine eigene hohe Hügelkette, während vom Jakab-Hegy (Westmecsek) beim Blick nach Osten eine ähnliche, aber etwas höhere Landschaft zu sehen ist. Der Nordmecsek ist nach Norden hin hügelig abfallend.
Geologie
Der Gebirgszug besteht an der Oberfläche aus stark verkarstetem Kreidefels. Entsprechend häufig sind Tropfsteinhöhlen, von denen die bei Abaliget befindliche, besonders sehenswerte Abaligeter Höhle sogar einen Bach in ihrem Innern aufweist.
http://www.nlcafe.hu/data/cikk/8/71703/5.jpg
Abaligeter Höhle
In den tiefer liegenden, bis zu 800 m dicken und stark gefalteten Gebirgsschichten der Lias-Formation sind mehrere Dutzend Kohleflöze eingeschlossen. Sie wurden bei Pécs und Komló abgebaut, doch wurde in den letzten Jahrzehnten die Förderung fast vollständig eingestellt. Etwa von 1960 bis 1990 wurde am Mecsek außerdem Uranerz abgebaut.
Datei:Hungarian landscape, near obanya.jpgWald nahe Óbánya
Fauna und Flora
Die höheren Regionen sind flächendeckend mit Laubwald bewachsen. Besonders erwähnenswert sind mehrere ausgedehnte, fast reine Edelkastanien-Wälder, die in dieser Form nur noch an wenigen anderen Orten der Welt zu finden sind (z. B. am Rand des Günser Gebirges in Österreich).

Verkehrsverbindung


Pécs und Komló verfügen über einen Bahnhof. Über die B6 und die B57 ist der Raum Mecsek von Ostungarn und Budapest aus sehr gut zu erreichen. Allerdings sind ca. 35 km Straße im Raum Mecsek als „unfallgefährlicher Straßenabschnitt“ ausgeschildert. Auf den Nebenstraßen ist der Verkehr sehr gering.

Größere Orte am Mecsek-Gebirge

Westmecsek

Am westlichen Mecsek liegen Pécs, der Jakab-Hegy (Jakobsberg) und die Misina-Tetö mit dem Fernsehturm (ca. 600 m). Die von Pecs ausgehenden Straßen umgeben das Gebirge im Süden und Osten, zum Fernsehturm führt eine Straße. Es gibt auch einen Zoo und Aussichtspunkte (Kis-Tubes, Jánoskilátó, Zsongòrkö).

Ostmecsek

Zum etwas höheren Ostmecsek gehören neben dem oben erwähnten Zengő unter anderem der Gipfel des Kövestető und der Dreiberg (Hármashegy).

http://www.gyorgyigabor.hu/kepek2008/20080420_harmas_hegy.JPG
Hármashegy

Donnerstag, 11. Februar 2010

Kékes

Kékes

Datei:Kekesteto1.JPG
Gipfel des Kékes

Der Kékes auch als Kékestető bezeichnet, ist mit 1.014 m der höchste Berg Ungarns. Er liegt im Mátragebirge im Norden des Landes.
Der Kékes ist eines der beliebtesten Touristenziele Ungarns. Er ist heute touristisch gut mit Skipisten und Hotels erschlossen. Außerdem verkehrt die Mátrabahn zwischen Gyöngyös und Lajosháza, einem Gebirgsdorf im Mátragebirge, dem Zentrum des Wintersports in Ungarn. Damit bedient sie die Touristenströme auf den Kékes. Auch als Weinanbaugebiet ist der Kékes bekannt. Vom Luftkurort Mátraháza ist die Spitze des Kékes auf einem Wanderweg (auch Zufahrtsstraße – 4 km) gut zu erreichen. Dort befindet sich ein Bergsanatorium und ein begehbarer Fernsehturm, der am Erdboden abgespannt ist.
Der Name Kékes bedeutet „bläulich“ und ist darauf zurückzuführen, dass der Berg zuweilen in dieser Farbe erscheint.
Über den Berggipfel führen der Fernwanderweg Országos Kéktúra und der Bergwanderweg Eisenach–Budapest.
Aussichtsturm

http://www.hetek.hu/files/images/2007/11.010/szabad/matra.jpg

Samstag, 23. Januar 2010

Geographie von Ungarn

Geographische Lage

Datei:Hungary topographic map.jpg
Allgemein-geographische Karte


Tiefebenen
Die Donau teilt Ungarn in das westliche Transdanubien mit der Kleinen Ungarischen Tiefebene (ungarisch Kisalföld) und die von der Theiß durchflossene Großen Ungarischen Tiefebene (ungarisch Alföld) im zentralen und östlichen Teil des Landes. Die fruchtbare Kleine Ungarische Tiefebene im Nordwesten Ungarns besteht hauptsächlich aus dem Becken von Győr (Raab). Die abwechslungsreiche Landschaft wird bestimmt durch leicht welliges Terrain, kleine Hügel und zerschnittene Platten. Durch fruchtbare Lössböden und auf Grund des milden Klimas kann intensiv Landwirtschaft betrieben werden.
Die Große Ungarische Tiefebene nimmt nahezu die Hälfte des gesamten Staatsgebiets Ungarns ein. Sie ist eine ebene, weiträumige Fläche und ist mit in vorgeschichtlicher Zeit aufgeschütteten Geröllen und Sanden bedeckt. Das Alföld ist entlang der Theiß von Auenlandschaften durchzogen und mit einzelnen Waldinseln durchsetzt. Die Trockenlegung der Auen und die Rodung der Wälder haben zur zunehmenden Versalzung der Böden geführt. So entstand die typische Puszta mit Ziehbrunnen, Einzelgehöften und extensiver Weidewirtschaft. Aufgrund aufwendiger Bewässerungsmaßnahmen entstanden fruchtbare Böden, die den Anbau von Tabak, Mais und Sonnenblumen ermöglichen.
Der Nationalpark Hortobágy wurde geschaffen, um die ursprüngliche Puszta-Landschaft zu schützen.
Siehe auch: Nationalparks in Ungarn
Datei:Hortobágy.jpg
Große Ungarische Tiefebene: Hortobágy
Gebirge
Die ungarischen Mittelgebirge verlaufen vom Zemplén-Gebirge im Nordosten bis zum Bakonywald im Westen. Fast alle Mittelgebirge in Ungarn tragen in höheren Lagen dichten Laubwald. Die Hänge und Becken sind mit fruchtbaren Böden bedeckt, die Acker-, Obst- und Weinbau ermöglichen. Thermalquellen, die an den Rändern der Mittelgebirge auftreten, sind Zeugnisse eines vergangenen und lebhaften Vulkanismus. Dies bestätigen auch die vulkanischen Gesteine des Bakonywaldes und des Mátragebirges im Norden. Bis auf diese Ausnahmen bestehen die sonstigen Mittelgebirge in Ungarn aus Dolomit und Kalkstein. Das bewaldete Mecsekgebirge im Südwesten Ungarns erhebt sich inselartig und ist bis zu 682 m hoch. Im Mátragebirge steht auch die mit 1.014 m höchste Erhebung Ungarns, der Kékes.
Höhenverhältnisse:
Datei:Kekesteto1.JPG
Der Kékes 1.014 m

Städte
Die mit Abstand größte Stadt in Ungarn ist die Hauptstadt Budapest mit 1,69 Millionen Einwohnern. Somit leben gut 17 % der Bevölkerung in der Hauptstadt. Die nachfolgend fünf größten Städte sind Debrecen (ca. 225.000 Einwohner), Miskolc (ca. 180.000 Einwohner), Szeged (ca. 165.000 Einwohner) und Pécs (Fünfkirchen, ca. 160.000 Einwohner) sowie Győr (Raab, ca. 130.000 Einwohner).
Alle größeren Orte sind unter Liste der Städte und Orte in Ungarn aufgelistet.
Flüsse und Seen

Datei:DonauknieVisegrad.jpg
Donauknie bei Visegrád

Der längste Fluss in Ungarn ist die Donau (ung. Duna), zu deren Einzugsgebiet das gesamte ungarische Staatsgebiet gehört. An ihrem Flusslauf liegen unter anderem die wichtigen Städte Komárom (Komorn), Esztergom (Gran), die Hauptstadt Budapest (Ofen-Pest), Dunaújváros, Baja und Mohács. Die Donau erreicht Ungarn im Nordwesten und fließt zunächst als Grenzfluss zur Slowakei in Richtung Osten. Nach dem Donauknie, einer 90°-Wendung des Flusses bei Visegrád, fließt sie von Norden nach Süden und verlässt Ungarn in Richtung Serbien.
Der zweite Hauptfluss Ungarns ist die Theiß, die das Land im Nordosten aus der Ukraine kommend erreicht und im weiteren Verlauf östlich parallel zur Donau nach Süden fließt, um schließlich in Serbien in die Donau zu münden. Größere Städte an ihrem Lauf sind Tokaj, Tiszaújváros (früher Leninváros), Szolnok, Csongrád und Szeged. Weitere wichtige Flüsse in Ungarn sind die Drau (ung. Dráva), der Hernád, die Körös (dt. Kreisch), die Mur, die Raab (ung. Rába), Sajó und Zala.
Alle größeren Flüsse entspringen außerhalb Ungarns: Mur und Raab in Österreich, die Drau in Südtirol, die Zala in Slowenien, der Hernád in der Slowakei, die Körös in Siebenbürgen (West-Rumänien). Ungarns Hauptflüsse Donau und Theiß entspringen im Schwarzwald (Süddeutschland) bzw. in der Ukraine.
Der größte See in Ungarn ist der Plattensee (ungarisch Balaton) im hügeligen Westungarn. Er ist zugleich der größte See in Mitteleuropa. Der Plattensee ist neben der Hauptstadt Budapest das wichtigste Tourismusgebiet Ungarns, vor allem wegen seiner Strände und Thermalquellen.
In seiner Nähe liegt der Velencer See (ungarisch Velencei-tó), der trotz seiner Ähnlichkeit zum Balaton touristisch wenig erschlossen ist. Im Nordosten des Sees erstreckt sich ein unbegehbares Vogelschutzgebiet, das vielen bedrohten Vogelarten Schutz bietet.
Der Neusiedler See (ungarisch Fertő-tó) liegt nur zu einem Teil in Ungarn. 75 % der Wasserfläche gehören zum Staatsgebiet Österreichs. Der Nationalpark Fertő-Hanság umfasst den ungarischen Teil des Sees sowie die Sümpfe im Süden und den Hanság und wurde 2001 zusammen mit dem österreichischen Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel zum UNESCO-Welterbe ernannt.
Der größte künstlich geschaffene See Ungarns ist der Theiß-See (ungarisch: Tisza-tó) in der Tiefebene im östlichen Teil des Landes.
Datei:Plattensee in Ungarn S3000086.jpg
Blick über den Plattensee
Klima, Flora und Fauna des Landes
Wegen der Binnenlage und der abschirmenden Wirkung der Gebirge hat Ungarn ein relativ trockenes Kontinentalklima mit kalten Wintern und warmen Sommern. Die mittleren Temperaturen liegen im Januar zwischen –3 °C und –1 °C sowie im Juli zwischen +21 °C und +23 °C. Im Frühsommer sind die ergiebigsten Niederschläge zu verzeichnen. Die mittlere Niederschlagsmenge beträgt im Westen auf Grund der vorherrschenden, Regen bringenden Westwinde rund 800 Millimeter, während in den östlichen Landesteilen in trockenen Jahren 500 Millimeter unterschritten werden können. Die Niederschlagsmenge nimmt generell von Westen nach Osten ab.
In Ungarn sind etwa 45.000 Tierarten und 2.200 Pflanzenarten beheimatet. Vereinzelt gibt es nord-, ost- und südeuropäische Arten, die Mehrheit sind aber mitteleuropäische Arten. 855 Tierarten und 535 Pflanzenarten stehen unter Schutz. Seltene geschützte Blumen sind beispielsweise die mediterrane Nieswurz, die wilde Pfingstrose im Hügelland vom Mecsek und die ungarische Windblume in der Nyírség-Gegend. Wildschweine, Hirsche, Rehe und Füchse sind ebenfalls in den ungarischen Wäldern beheimatet. Auf den landwirtschaftlichen Landflächen und im Tiefland leben vor allem Hasen, Fasane, Rebhühner und Wachteln. Im Frühling ziehen riesige Vogelschwärme von Norden nach Süden. Zu ihnen gehören Schwalben und Störche, die in Afrika den Winter verbringen. Geschützte Vogelarten sind beispielsweise der Stelzenläufer, die Trappe, die vor allem in der südlichen Tiefebene verbreitet ist, und der Säbelschnäbler. Die ungarischen Flüsse und Seen sind sehr fischreich. Beheimatet sind Brassen, Karpfen und Hechte. Aale und Amuren wurden aus fremden Seen und Flüssen übergesiedelt und leben mittlerweile zahlreich in ungarischen Gewässern. Um die ungarische Tier- und Pflanzenwelt zu schützen, hat man auf einer Gesamtfläche von 816.008 ha neun Nationalparks, 38 Landschaftsschutzgebiete und 142 Naturschutzgebiete eingerichtet.

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