Samstag, 26. September 2009

Balassagyarmat - "Civitas Fortissima" - "Tapferste Stadt"

Balassagyarmat

Datei:Balassagyarmat - Megyeháza.jpg
Das ehemalige Rathaus und das Gefängnis von Balassagyarmat.


Balassagyarmat (slowakisch Balážske Ďarmoty) ist eine Stadt in Nordungarn mit 17.704 Einwohnern (2005). Die Stadt ist das Zentrum des Kleingebiets Balassagyarmat und eine Grenzstadt zur Slowakei.

Lage

Balassagyarmat liegt an der linken Seite des Flusses Ipeľ/Ipoly im Nógráder Becken. Der Stadtteil, der auf dem rechten Ufer des Flusses liegt und einst zu Balassagyarmat gehörte, ist heute das slowakische Dorf Slovenské Ďarmoty ( ungarisch: Tótgyarmat).

Verkehr
Mit dem Zug erreicht man die Stadt mit den Linien 78 und 75 der MÁV (Ungarische Staatsbahnen).
Mit dem Auto erreicht man die Stadt auf der Landstraße 22 (ungarische Seite) oder 527 (slowakische Seite).

Geschichte

Frühmittelalter

Nach der Landnahme der Ungarn war die Gegend der heutigen Stadt das Siedlungsgebiet des Magyarenstammes Gyarmat.
Erstmalig wurde die Stadt 1244 schriftlich erwähnt. Der Ursprung der Stadt ist die Burg, die nach dem Tatarenangriff im Ungarischen Königreich errichtet wurde.
14-15. Jh
m 14-15. Jahrhundert waren die umliegenden Ländereien und die Burg das Eigentum der Familie Balassa. Ab dem 15. Jh. widerspiegelt der Name der Stadt dieses Besitzverhältnis.
Die Ortschaft erhielt 1437 das Marktrecht (ung. Mezővárosi jog).
Türkische Besatzung
Die Osmanen eroberten die Stadt 1552. Während der Kämpfe wurde die ganze Umgebung entvölkert. Neuen Siedler kamen erst im 17. Jh. wieder. In dieser Zeit wurde die Stadtmauer errichtet, deren Ruinen heute in der Bástya Straße zu sehen sind.
Neuzeit
1790 wurde die Stadt Hauptstadt des Komitates Nógrád. Das Gefängnis wurde 1845 gebaut und wird noch heute verwendet.
Seit dem Vertrag von Trianon ist Balassagyarmat eine Grenzstadt, ursprünglich sollte sie auch zur Tschechoslowakei gehören. Durch den anhaltenden Widerstand der Bevölkerung wurde dies aber verhindert.
1919 wurde der Stadt der Titel "Civitas Fortissima", (Tapferste Stadt) gegeben, als die Bürger der Stadt die tschechischen Besatzungstruppen über den Fluss Ipoly jagten.
1950 wurde der Komitatssitz nach Salgótarján verlegt. Das Komitatsgericht befindet sich aber bis heute in Balassagyarmat.

Montag, 21. September 2009

Kisalföld - Kleine ungarische Tiefebene

Kisalföld - Kleine ungarische Tiefebene

Datei:Kisalfold terkep.png
Kleine Ungarische Tiefebene

Die Kleine Ungarische Tiefebene (ungarisch Kisalföld) ist eine Tiefebene im Pannonischen Becken in Ungarn, der Slowakei und Österreich. Die Höhenlage der Ebene beträgt etwa 110 bis 150 m ü. Adria.

Name
Die Tiefebene wird auch Kleines Ungarisches Tiefland genannt. In den Landessprachen lauten die Bezeichnungen Kisalföld (ungarisch) sowie Malá dunajská kotlina (slowakisch).
Der Name dieser geographischen und kulturhistorischen Großregion wurde im 18. Jahrhundert geprägt, um sie von der Großen Ungarischen Tiefebene (Alföld) im Karpatenbecken Ostungarns zu unterscheiden.
Lage
Die Kleine Ungarische Tiefebene (Kisalföld) hat eine Ausdehnung von 8.000 km², die sich vor allem im nordwestlichen Ungarn und der südwestlichen Slowakei erstreckt. Kleinere Anteile berühren auch das östliche Österreich (Wiener Becken, das Oststeirische Hügelland und den Seewinkel).
Das etwa 80 km mal 100 km große Gebiet wird vom Polygon der folgenden Städte umschlossen:
  • Bratislava (Pressburg)
  • Komárno (Komorn, an der Donau)
  • Tata
  • Pápa
  • Kőszeg (Güns)
  • Sopron (Ödenburg)
Naturraum

Landschaftige Einordnung

Geomorphologisch wird die Tiefebene (Kisalföld) durch folgende Einheiten begrenzt:
  • im Norden die Donau bzw. ihre große Schüttinsel
  • im Osten und Südosten das Ungarische Mittelgebirge mit Vértes-Gebirge und Bakonywald
  • im Süden undefiniert (flacher Übergang ins Raabtal zwischen Szombathely und dem Kemeneshát-Hügelland
  • im Südwesten vom Günser und Ödenburger Gebirge
  • im Nordwesten vom Neusiedler See, den Ausläufern des Leithagebirges und dem Ostrand des Wiener Beckens
Das landschaftlich ähnliche slowakische Donautiefland nördlich der Donau, begrenzt durch die Städte Bratislava, Nitra und Komárno, ist aber historisch-kulturell unterschiedlich und trägt den slawischen Namen Ostrov (Insel).
Die Kleine Ungarische Tiefebene ist Teil der Pannonischen Tiefebene. Von deren Ostteil, der Großen Ungarischen Tiefebene, wird sie durch das Ungarische Mittelgebirge zwischen Plattensee und Donauknie abgetrennt.
Geologie
Geologisch stellt die Tiefebene ein großes Sedimentbecken im Senkungsgebiet (absinkende Schwächezone der Erdkruste) zwischen dem Alpenostrand und den Karpaten bzw. dem Bakonywald dar, das in den letzten ca. 20 Jahrmillionen mit marinen und fluviatilen Sedimenten aufgefüllt wurde. Der vortertiäre Beckenboden ist bis zu acht Kilometer tief, wie geophysikalische Untersuchungen (Gravimetrie, Seismik) und die Interpretation der starken Lotabweichungen des Gebietes ergeben haben.
Klima
Es herrscht das Kontinentalklima der gemäßigten Zone. Dies ist geprägt durch sehr warme und trockene Sommer und kalte, feuchtere Winter.

Gewässer

Charakteristisch für das nur wenig bewaldete Sedimentbecken sind die parallelen, nach Nordosten ziehenden Nebenflüsse der Donau, deren größter die aus der Steiermark kommende Raab (Rába) ist. Zur Kleinen Ungarischen Tiefebene wird meist auch das Gebiet im Osten des Neusiedler Sees, der Seewinkel, gezählt, sowie das trockengelegte Torfmoor (Naturschutzgebiet) des Waasen (Hanság). Sie entwässern über den Einser-Kanal (Hansági főcsatorna) zur Raab.
Der Neusiedler See ist der größte (aber sehr flache) See des Tieflands mit beginnendem Steppen-Charakter.
Die Flüsse bestimmen die innere Gliederung der Region:
  • Die Große Schüttinsel ist eine Donauinsel,
  • die Kleine Schüttinsel (Szigetköz) ist ebenfalls eine Insel zwischen Donau und Moson-Donau;
  • die Ebene von Wieselburg (Moson) liegt am Unterlauf der von Niederösterreich kommenden Leitha,
  • Tóköz liegt an der Rabnitz (Répce)
  • Rábaköz befindet sich zwischen Raab und Rabnitz.
Zur Großregion gehört auch das nördlich der Donau in der Slowakei gelegene Donautiefland mit dem Zobor-Gebiet und Mattesland im Unterlauf der slowakischen Waag (Váh), wo sie in die Donau mündet.
Geschichte
Kleinregionen
Die römische Provinz Pannonien bestand aus der Kleinen Ungarischen Tiefebene und reichte bis an die Donau und im Süden bis an die Save. Danach wurde sie von germanischen, slawischen und awarischen Völkern besiedelt. Die Kleine Ungarische Tiefebene war seit dem 10. und 11. Jahrhundert – der Staatsgründung der von Osten eingewanderten Magyaren – eines der wichtigsten, kohärenten Siedlungsgebiete der ungarischen Bevölkerung. Bis zum 14. Jahrhundert wurde das dichte Geflecht der Dörfer (meist Zeilendörfer) mit dem Netz von freien königlichen Städten und feudalen Marktgemeinden verbunden. Wichtige kirchliche Zentren waren Győr (Großstadt Raab), Pannonhalma und Nyitra). Die älteste Verwaltungseinheit war das Komitat Raab (Győr), das von den geschichtlich etwas jüngeren Komitaten Ödenburg (Sopron), Wieselburg (Moson), Pressburg (Pozsony) und Komorn (Komárom) umgeben war.
Bevölkerungs- und Dorfentwicklung
Das Zentralgebiet der Kleinen Ungarischen Tiefebene wurde um 1500 zu einer der bedeutendsten wirtschaftlichen und kulturellen Regionen Ungarns, weil es sich wie ein „Tor des Karpatenbeckens“ nach Nordosten öffnet – durch die „Hainburger Pforte“ donauaufwärts nach Mittel- und Westeuropa. Wohnstätten und Kultur der Leibeigenen waren aber jenen der großen Tiefebene (Alföld) ähnlich.
Im Westen ließen sich schon ab dem 13. Jahrhundert deutsche Einwanderer nieder, zu denen später auch Kroaten kamen. Im Komitat Wieselburg machte die deutsche Bevölkerung bis zum auslaufenden 19. Jahrhundert die Mehrheit aus.
Der Nordwesten der Kleinen Ungarischen Tiefebene blieb von den Verwüstungen der Türkenkriege im 16. bis 17. Jahrhundert weitgehend verschont, nicht zuletzt wegen der zwei misslungenen Türkenbelagerungen von Wien. Auch die späteren Unabhängigkeitskämpfe blieben dieser Teilregion größtenteils erspart. Hingegen waren die Zerstörungen rund um Győr und Komárom wesentlich stärker. Daher wurden im 18. Jahrhundert Einwanderer aus der 200 Kilometer östlicher gelegenen Großen Ungarischen Tiefebene und aus dem Südosten (Transdanubien) geworben. Diese ungarischen Siedler gründeten u. a. Weinberg-Siedlungen im Hügelland von Sokoró. Das im Mittelalter noch funktionierende Siedlungsnetz konnte sich so bis etwa 1800 zunehmend stabilisieren und weitete sich auf etwa 500 Dörfer aus – also mit durchschnittlichen Abständen von nur drei bis vier Kilometern.
Der Kleinadel der ab etwa 1000 zum Christentum bekehrten Magyaren wendete sich nach der Reformation teilweise dem Protestantismus zu, vor allem in den Komitaten Ödenburg und Raab. Die Landbevölkerung blieb jedoch der katholischen Ausrichtung treu bzw. kehrte in der Gegenreformation großteils in die römisch-katholische Kirche zurück.
Entwicklung von Landwirschaften und Industrie
Wirtschaftlich basiert die Entwicklung auf einem Gleichgewicht zwischen Ackerbau (Weizen, Roggen, Gerste) und intensiver Viehzucht (Rinder, Pferde, Schafe), die eine Folge der recht freien Nutzbarkeit der Weiden und Wiesen war. Die Gehöfte der Leibeigenen erzeugten trotz ihrer Bindung an den Feudalismus gut marktfähige Produkte. Gefördert wurde die Wirtschaft durch die Zünfte der Handwerker, besonders wenn sie raschen, verkehrsgünstigen Zugang zu den Märkten von Österreich, Mähren und teilweise Böhmen hatten. Die heutige Slowakei war ohnehin fester Bestandteil des ungarischen Königtums.
Was die Dichte der Dörfer und Marktflecken betrifft, war die Kisalföld die höchstentwickelte Region Ungarns. Mehrpolig war die Bevölkerung allerdings im Verhältnis zur Oberschicht: Hier eine zunehmende Urbanisierung, dort ein strenges Lehnherr-Leibeigenen-Verhältnis, und dazwischen als Mittelschicht die Meierhof-Einlieger. Sie wurden ab etwa 1800 zu selbständigen Bauern oder Gutsbesitzern, von denen die Gutsarbeiter örtlich getrennt wohnten.
Im 19. Jahrhundert wurde eine großräumige Regulierung der Flüsse durchgeführt, wobei mit dem Flussbau an der Raab auch das Hanság-Moor trockengelegt wurde. Wegen der guten Bodenqualität konnte die Hälfte der Flächen zu Ackerland werden, ein Viertel zu Wiesen und Weiden. Szigetköz und Rábaköz entwickelten sich zu überregionalen Kornkammern, und die Produktion an Heu wurde neben der lokalen Viehzucht auch nach Pressburg und Wien exportiert.
Später gingen die Ackerbauern von der Zweijahresbewirtschaftung auf Wechselfeldwirtschaft über und schafften sich Landmaschinen an. Zur Mechanisierung trugen lokale Maschinenfabriken wie Bokor und Kühne wesentlich bei, so dass bis 1900 alle größeren Bauernhöfe Pflüge, Eggen und Sähmaschinen besaßen. Relativ früh erfolgte auch der Zusammenschluss zu landwirtschaftlichen Genossenschaften.
Handel und Industrie in der Kleinen Ungarischen Tiefebene waren naturgemäß auf die Städte konzentriert, während sich am Land die Wassermühlen zu landwirtschaftlichen Verarbeitungsbetrieben entwickelten. Größere Unternehmen waren u. a. die Töpferei von Győr und die Großtischlerei von Komárom, deren Techniken auch das Kleingewerbe befruchtete. Dazu kam die Bedeutung der nahen Donau und ihrer Transportfunktion, besonders für Győr. Nach Österreich wurde Getreide und Salz geschifft, auf dem Rückweg hingegen Eisen, Erze und Holz.

Tisza-tó - Theiß-See

Tisza-tó - Theiß-See


Datei:Tisza-tó.jpg
Der Theiß-See

Der Theiß-See (ungarisch: Tisza-tó bzw. Kiskörei-víztározó, „Kiskörer Stausee“) ist Ungarns größter künstlicher See.

Lage und Daten

Der See lieg im Südosten des Komitats Heves an der Grenze zu den Komitaten Borsod-Abaúj-Zemplén, Hajdú-Bihar und Jász-Nagykun-Szolnok. Der Stausee wurde 1973 zur Regulierung der Theiß-Hochwasser ausgehoben. In den 1990er Jahren erreichte der See seinen endgültigen Wasserstand. Bei einer Länge von 27 km erstreckt er sich über 127 km². Die durchschnittliche Tiefe beträgt 1,3 m. An der tiefsten Stelle ist der See 17 m tief. Im See befinden sich viele Inseln mit einer Gesamtfläche von 43 km².

Fremdenverkehr

Der See zog nach dem Volllaufen des Beckens hauptsächlich ungarische Touristen an, da dieser eine billigere Alternative zum Plattensee bot. Um den See herum wurden Campingplätze, Hotels und Freibäder gebaut. Im angrenzenden Umland entwickelte sich Dorftourismus. Dort befindet sich auch ein Vogelreservat.



Donnerstag, 17. September 2009

Vác

Vác


Vác (deutsch Waitzen) ist eine ungarische Stadt im Komitat Pest. Sie liegt am linken Ufer der Donau am Donauknie, 34 km nördlich von Budapest.

Geschichte

Die erste schriftliche Erwähnung der Stadt findet sich im Almanach von Yburg 1074, in der die Stadt als Watzenburg bezeichnet wird. Die nach der Landnahme der Magyaren um 896 im Karpatenbecken am Donauknie entstandene Siedlung gehörte zu den vom König Stephan I. dem Heiligen unmittelbar nach Vollendung des Ausbaus des Staatswesens gegründeten Bischofssitzen Ungarns. Der mittelalterliche Stadtkern war ursprünglich eine Burg bzw. Festung im südlichen Teil der Innenstadt, die auf einem Hügel am Flussufer errichtet wurde. König Géza ließ nach einem Gelöbnis auf dem Gelände der Burg zu Ehren der Jungfrau Maria einen Dom erbauen, in dem er selbst im Jahre 1077 beigesetzt wurde. Eine erste Blütezeit erlebte der Ort während der Zeit des Vácer Bischofs Miklós Báthory, der den Bischofssitz im Geist der Renaissance ausbaute.
Bald darauf begann die osmanische Besatzung. Die kriegerischen Auseinandersetzungen am Ende der Türkenherrschaft und der Aufstand von Franz II. Rákóczi entvölkerten das Land und zerstörten die Infrastrukturen. 1731 vernichtete ein Brand den größten Teil der mittelalterlichen Stadt. Durch die Einwanderung vor allem deutscher Siedler begann der erneute wirtschaftliche Aufschwung der Stadt. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurde Vác mit Bauten im Barockstil neu erbaut. Die erste ungarische Eisenbahnlinie wurde 1846 zwischen Vác und Pest gebaut.

Sehenswürdigkeiten

  • Die Kathedrale von Vác, auch Dom genannt, wurde zwischen 1761 und 1777 auf Veranlassung des Bischofs Christoph Anton von Migazzi nach Plänen des österreichischen Hofarchitekten Isidore Canevale in spätbarock-klassizistischem Stil erbaut. Es ist dies die fünfte Bischofskirche seit Errichtung des Bistums im 11. Jahrhundert. Im Innern sind das Bild am Hauptaltar mit dem Thema Mariä Heimsuchung und das Fresko in der Kuppel (Triumph der Dreieinigkeit) sehenswert – beides Werke des Malers Franz Anton Maulbertsch (1724–1796).
  • Der einzige Triumphbogen Ungarns wurde ebenfalls auf Veranlassung von Bischof Migazzi 1764 durch den Architekten Canevale zu Ehren von Maria Theresia anlässlich eines Besuchs der österreichischen Kaiserin errichtet.
  • Der Spitzturm, der nördliche Eckturm der mittelalterlichen Stadtbefestigung, ist das einzige aus dem Mittelalter erhaltene Gebäude der Stadt. Ansonsten ist die Stadt ganz vom Stil des Barock geprägt.
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Vác: Die Kathedrale

Datei:Hegyes torony.jpg
Spitzturm in Vác: Teil der mittelalterlichen Stadtmauer

Datei:Diadaliv Vac.jpg
Triumphbogen in Vác


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